Super Mario 3D Land

The Legend of Zelda, Super Mario und Mario Kart. Allein durch die Nennung der drei weltberühmten Serien von Nintendo wird mir etwas warm ums Herz. Wohl kaum eine Firma hat es geschafft, mich über mehr als 20 Jahre lang hinweg so dauerhaft mit immer wiederkehrenden Spiele-Serien zu unterhalten und zu begeistern. 1992 erschien Super Mario Kart für das SNES und Mario und Zelda feierten bereits ihr 25-jähriges Jubiläum. Letztes Jahr erschienen von allen drei Reihen neue Ableger. Natürlich habe ich mir als treuer Begleiter der Serien alle angeschaut. Zeit, einen Blick auf den Status Quo dieser drei Legenden zu werfen.

Teil 1 drehte sich um Zelda, heute geht es um: Super Mario 3D Land

Keine neue Konsole ohne ein neues Mario. Auch, wenn es diesmal etwas gedauert hat,(Link zum 3DS-Artikel), aber auf den Klempner ist natürlich Verlass. Acht Monate nach dem Start des Handhelds in Deutschland zog im heiß umkämpften Weihnachtsgeschäft Super Mario 3D Land als erstes Mario-Spiel mit stereoskopischem 3D in den Kampf, um den etwas unglücklichen Start des Handhelds im Alleingang zu retten.

„Die Spiele-Serie, die mir auch in der hundertsten Neuauflage nie langweilig wird, weil sie bis oben hin mit neuen Ideen vollgestopft wird. Die Spiele-Serie, die mich immer dazu bringen wird, neue Hardware von Nintendo zu kaufen, auch wenn es sonst keine Spiele dafür gibt. Unsterblich.“

…schrieb ich, merklich euphorisiert, in meiner Zusammenfassung über das Spiel im polyneux-Rückblick auf das Spielejahr 2011.

Ich scheine nicht der Einzige zu sein, der diesen Kaufzwang-Impuls verspürt, denn trotz aller Kritik zum Start und der auch heute noch sehr mageren Spiele-Auswahl hat sich Nintendos 3D-Gerät bisher über 17 Millionen mal verkauft. Laut vgcharts.org hat folglich mit 6 Millionen abgesetzten Einheiten von SM3DL jeder Dritte 3DS-Besitzer dieses Spiel gekauft. Eine beachtliche Quote, wenn man sich die restlichen 3DS-Verkaufszahlen im Vergleich betrachtet. Mario Kart 7 ist mit ähnlichen hohen Verkaufszahlen zwar noch gleich auf, doch schon Platz 3 und 4 mit dem Legend of Zelda-Remake und Nintendogs haben „nur“ noch die Hälfte verkauft, danach sacken komplette ALLE anderen Spiele auf unter 1 Millionen verkauften Einheiten ab. Street Fighter, Ridge Racer, selbst hauseigene Marken wie Pilotwings und Kid Icarus oder das bisher grafisch beeindruckendste 3DS-Spiel Resident Evil: Revelations kommen mit ihren zwischen 500.000-700.000 verkauften Einheiten nicht mal annähernd an den Klempner heran.

Verwunderlich? Nun, wenn man Super Mario 3D Land gespielt hat, wird man wohl oder übel zu dem Schluß kommen: Nein. Das Spiel ist wirklich so gut, wie es sein Ruf und die Verkaufszahlen vermuten lassen.

Doch was macht das Spiel so gut? Auf den ersten Blick hat man es doch erneut mit dem gefühlt hundertsten Aufguss der immer gleichen Ausgangslage zu tun: Mario hüpft in lustigen Kostümen durch Welten voller Abgründe, tritt Schildkrötenpanzer, sammelt Münzen und rettet die Prinzessin vor der dummen, dicken Riesen-Echse. The same procedure as last year, Miss Peach? The same procedure as every year, Mario!

Super Mario 3D Land orientiert sich zwar grob am ersten Gameboy-Ableger Super Mario Land, kombiniert die Ideen aber gekonnt mit Elementen der meiner Meinung nach zwei besten Spielen der Serie: Super Mario Galaxy und Mario 64. Und das in einem wunderschönen stereoskopischen 3D. Die Nintendo-Entwickler durften wieder einmal genau das tun, was sie am besten können: Sich mit den neuen, technischen Möglichkeiten ihrer nagelneuen Konsole so richtig austoben. So balanciert man den Klempner über sich drehende Würfel oder nimmt mit der Propeller-Kiste eine schwindelerregende Kameraperspektive von hoch oben ein, während man Mario über tiefe Abgründe lenkt. Richtig selbstironisch verspielt wird es dann, wenn man in den 2D-Hommagen an alte Mario-Level versteckte Münzen HINTER Blöcken und bekannten Elementen findet. Mein Lieblings-Gag ist der flache Pappaufsteller-Goomba, der uns als Mario mit Stereo-Blick nicht mehr wirklich täuschen kann. Jede Welt, jedes Level bringt neue Ideen, neue Kombinationen und Varianten bekannter Motive und eine wahnsinnige Liebe zum Detail zum Vorschein. Man will alleine schon deswegen immer weiter spielen, um zu sehen, was den Designern noch alles eingefallen ist.

Leider bleibt der 3D-Effekt durch die Entscheidung, dem User die Stärke der Tiefenwirkung mit dem Hardware-Schieberegler selber bestimmen zu lassen, wie bei allen Titeln auf dieser Hardware, ein nicht spielerisch relevantes, rein optisches Beiwerk. Dennoch: mit eingeschaltetem 3D sind viele Sprünge spürbar besser abschätzbar, Landungen auf kleinen Plattformen einfacher zu meistern und Rätsel, die mit der Perspektive spielen, werden erst mit der 3D-Sicht so richtig schlüssig. Der Unterschied zu manch anderem 3DS-Spiel: Man will das Spiel in 3D spielen und den Effekt nicht herunterdrehen.

Beim ersten Durchlauf ist das Spiel leider für alle, die schon mal irgendeinen Teil der Serie gespielt haben, viel zu einfach, deswegen aber nicht weniger unterhaltsam oder begeisternd. Nintendos Strategie der letzten Jahre, alle Altersschichten und Erfahrungsstufen mit ihren Spielen abzuholen, wird natürlich mit dem Zugpferd der neuen Konsole konsequent weitergeführt. Der aus New Super Mario Bros Wii und Donkey Kong Country Returns bekannte „Ist dir die Stelle zu schwer? Möchtest du Hilfe?“-Dialog, der erscheint, wenn man an einer Stelle zu oft stirbt, ist auch hier eingebunden. In Form eines Unsterblichkeits-Anzuges vermag selbst ein blutiger Anfänger jeden Level zu Ende zu bringen. Ich mag diese Entwicklung der eingebauten Nintendo-Cheats ja sehr leiden. Es ist ein gutes Feature, welches Frust bei denen vermeidet, die wirklich stecken bleiben, aber im Gegenzug erfahrene Spieler nicht belästigt. Wer gut ist, wird diesen Cheat niemals zu Gesicht bekommen und für die Sofa-Angeberei wird auch brav markiert, ob man den Level mit oder ohne Hilfe geschafft hat. Mein Ehrgeiz wird sogar noch stärker gefordert, wenn man dieses unmoralische Angebot erhalten sollte und es dann DOCH noch ohne schafft.

Als Belohnung gibt es nach dem Durchlaufen der insgesamt acht Welten mit den typischen Themen wie Lava, Unterwasser- oder Geisterhaus und den obligatorischen Zwischen- und Endkämpfen gegen Bowser ein New Game+, dass sich ordentlich gewaschen hat. Auch erfahrene Spieler werden hier eine richtige, bzw. zum erstem Mal überhaupt eine Herausforderung finden. Großes Lob auch hier an die Leveldesigner: Zwar basieren die Level auf denen des ersten Durchgangs, sind aber durch veränderte Herausforderungen, Time Trials und kleinen Kunstgriffen stellenweise nicht wiederzuerkennen. Ein zweites Durchspielen ist definitiv ein Muss, sonst verpasst man wortwörtlich die Hälfte.

Erneut eines dieser Spiele, für dass es sich gelohnt hat, eine Nintendo-Konsole gekauft zu haben? Ja. Und ich würde es jederzeit wieder tun, solange die Spiele diese hohe Qualität aufweisen und diesen Grad an Innovationen hervorbringen. Auch wenn ich jetzt schon mit etwas Sorge der schon vor dem Start veraltet wirkenden Wii U entgegenschaue. Aber hilft ja nix, ein Mario-Spiel wird unweigerlich dafür erscheinen und ich werde es mir kaufen. Same procedure as every time, Manu.

Danke für das famos animierte Headerbild an mexer!

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