Neubeginn

Junge trifft Mädchen. Die wohl am öftesten erzählte Geschichte der Welt. Tausendmal erzählt und wird doch nie langweilig. The Legend of Zelda ist ebenfalls eine dieser Geschichten. Eine Spiele-Serie, die uns seit über 25 Jahren die stets ähnlich ablaufende Legende der Prinzessin Zelda erzählt, wie sie von ihrem grün bemützten Helden Link gerettet wird. Jedes Spiel ein Neubeginn, auch für uns Spieler.

Die Reise des Helden beginnt ohne Ausrüstung aber mit einem Ruf nach der entführten Prinzessin oder dem drohenden Ende der Welt, führt durch schwere Prüfungen, die den Charakter schulen und formen. Seinen Geist, seinen Mut und Willenskraft einfordern und aus dem kleinen, unbedarften Jungen einen starken Kämpfer machen. Mit Hilfe von Mentoren und übersinnlichen Kräften wie dem Triforce gelingt der Figur schließlich die Transformation zum Helden. Kein Spiel beherrscht die Klaviatur dieser archetypische Grundstruktur der sogenannten Heldenreise, wie sie Campbell oder Vogler geprägt haben, so perfekt wie The Legend of Zelda.

So sehr sich Nintendo in der Geschichts-Struktur auch auf bewährte Formeln verlässt: Spielerisch wagt die Mannschaft um Miyamoto mit fast jedem neuen Zelda-Teil einen Neubeginn. Anstatt funktionierende Mechaniken über Jahre hinweg zu tragen, löst sich das Team gnadenlos von Altlasten. Jedes Zelda-Spiel überrascht mit neuen Ideen, mit Rätselmechaniken, die bewusst neue Eingabeformen der jeweiligen Hardware ausnutzen und als integralen Bestandteil des Spiels einbinden. Das klappt mal besser – wie die Entscheidung, die komplette Steuerung über den Stift am Nintendo DS zu regeln – und mal weniger gut – wie die teilweise sehr nervigen Fuchtelbewegungen in den Wii-Zeldas. Dennoch: Jeder Teil der Serie definiert die Vorstellung eines Zelda-Spieles neu, ohne die vorherigen Versionen verbessern zu wollen. Jeder Neubeginn hat seine Berechtigung.

Neben der zeitlosen Erzählweise liebe ich diese Reihe ja vor allem dafür, dass sie die romantische Vorstellung vermittelt, dass sich zwei Seelen über hunderte von Jahren stets wieder treffen. Link und Zelda, ein ständiger Neubeginn für die Ewigkeit.

Text zum Thema „Neubeginn“ des Projekts [52games]

Kommentare zu: "Neubeginn" (4)

  1. „Jeder Teil der Serie definiert die Vorstellung eines Zelda-Spieles neu, ohne die vorherigen Versionen verbessern zu wollen. Jeder Neubeginn hat seine Berechtigung“

    Besser kann man es eigentlich gar nicht zusammenfassen. Sehr schöner erster Beitrag zu den 52 Spielen, der meine Meinung zu Zelda perfekt zusammenfasst.

  2. Wirklich schöner Beitrag. Ich kann da Sascha nur zustimmen. Du triffst den Kern der Spiele perfekt. Und genau das liebe ich an Zelda auch so wahnsinnig: Dass sich jedes Spiel irgendwie anders anfühlt und seine eigenen Elemente mitbringt. Und auch richtig: Das kann in die Hose gehen. Skyward Swords Steuerung macht mich derzeit leider wahnsinnig. Ich hätte deswegen gern ein richtiges, neues 3DS-Zelda.

  3. mhhm skyward sword fand ich bis jetzt eher wie „more of the same“….. irgednwie alles beim alten geblieben. vielleicht die story NOCH käsiger……
    aber immerhin, ein neues Zelda.
    gutes SPiel, aber wo das jetzt das „neue“ sein soll seh ich nicht

  4. Ein Feuilleton an Blogprojekt-Beitrag. Fast wie das zukünftige Printmedium. Oder so. Schön zusammengeschrieben, zumal ich mich direkt mehrfach beim zustimmenden Nicken erwischt habe. Definitiv schafft es Nintendo immer wieder die Spiele durch neue Ideen weiter zu bringen ohne den Hauptaspekt der Geschichte aus den Augen zu verlieren – das ewige Heldenepos von Link.

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