Und jährlich grüßt das Murmeltier. Auch dieses Jahr ruft das Blog-Konglomerat polyneux (an dem ich mitwirke), alle Spiele-Blogs und -Podcasts dazu auf, ihre Lieblingsspiele des Vorjahres zu finden. Nachdem wir letztes Jahr eher „klassisch“ in Kategorien abgestimmt haben und damit im Nachhinein nicht ganz so glücklich waren, wollen wir dieses Jahr das „Warum“ in den Vordergrund stellen. Also weg mit den Kategorien oder einem komplizierten Punkte-System. Blogs werden schließlich für ihre Texte und subjektiven Meinungen gelesen. Daher steht dieses Jahr die eigene Meinung, die Frage im Vordergrund, warum genau welches Spiel für den jeweiligen Autor relevant gewesen ist.

Daran möchte ich mich natürlich auch gerne beteiligen, so without further ado, meine Lieblingsspiele des Jahres 2011, in loser, ungewichteter Reihenfolge:

Portal 2

Es gab viele Wege, das Erbe von Portal mit einem Nachfolger nachhaltig zu zerstören. Viele Firmen wären auf den Meme-Wagen gesprungen und hätten für das schnelle Geld Kuchenlügen und Glados zu Tode geritten. Valve dagegen hat alles richtig gemacht. Portal 2 ist großartig erzählt, bietet fantastische Neuerungen ohne das simple Grundprinzip zu stark zu verwässern und den großartigsten Koop-Modus des Jahres. Ausführliche Lobhudelei in meinem Gemeinschaftsartikel mit Daniel.

Deus Ex: Human Revolution

Das neue Deus Ex hat dieses Jahr einen besonderen Stellenwert dadurch erlangt, als dass es das Spiel geworden ist, welches ich durchgespielt habe, ohne einen einzigen, gegnerischen Menschen zu töten! Um so ärgerlicher, dass die Boss-Kämpfe einem diesbezüglich keine Wahl ließen und wie Fremdkörper in meiner pazifistischen Spielweise wirkten. Dennoch: Einer der Highlights der letzten Jahre. Cyberpunk is back! Auch in meinem Podcast eines der wohl am öftesten besprochenen Titel.

Bastion

Für dieses Spiel empfinde ich Liebe, wie zu kaum einem anderen Spiel je zuvor. Vielen Spielen gelingt es nicht, eine eigene Identität zu schaffen. Bastion hat damit von Beginn an keine Probleme. Dieses Spiel ist auf seine Art einzigartig und bringt eine ganze Handvoll neuer Aspekte und Ideen mit, die meiner Meinung nach das ganze Medium prägen werden. Noch dazu gehört der famose Soundtrack zu der am meisten von mir gehörten Musik des Jahres. An Bastion habe ich nichts, aber auch gar nichts auszusetzen. In meinen Augen ein perfektes Spiel bis in das kleinste Detail. <3

Super Mario Land 3D

Die Spiele-Serie, die mir auch in der hundertsten Neuauflage nie langweilig wird, weil sie bis oben hin mit neuen Ideen vollgestopft wird. Die Spiele-Serie, die mich immer dazu bringen wird, neue Hardware von Nintendo zu kaufen, auch wenn es sonst keine Spiele dafür gibt. Mario ist unsterblich und zeigt nicht die geringsten Abnutzungserscheinungen. Schon gar nicht in dieser 3D-Inkarnation, die als erstes Spiel auf dem 3DS den 3D-Effekt spielerisch sinnvoll zu nutzen weiß.

Driver: San Francisco

Meine Überraschung des Jahres. Der Mut Ubisofts, die totgelaufene Serie in eine neue, durchaus gewagte Richtung zu bewegen, wurde belohnt. Die Mechanik, in andere Fahrer zu springen und diese zu übernehmen brachte viele, spannende Möglichkeiten und den wohl abgefahrensten Endboss-Level des Jahres. Tolles Spiel.

Shadows of the Damned

Wer dem Suda-typischen, leicht infantilen Humor, seiner selbstironischen Punk-Rock-Attitüde und dem Setting des Dämonen-Rachefeldzugs nicht gänzlich abgeneigt gegenüber steht, wird einen fantastischen Ritt durch die Hölle erleben.  Die Art und Weise, wie diese vielen, einzelnen Elemente extrem unterhaltsam präsentiert werden, wie sie durch die überragende Musikuntermalung von Silent Hill-Sounddesigner Akira Yamaoka in die immer abgedrehter gestalteten Höllen-Welten eingebettet werden, das ergibt die im Artikel genannte, wohlschmeckende Spiel-Caprese, die dieses Jahr direkt vom ersten Biss an zu einem meiner Lieblingsgerichte des Jahres 2011 wurde.

Rayman Origins

Ein oder zwei Flaschen Rotwein, 3 Freunde und ein gemütliches Sofa. Soviel Spaß an Videospielen hatte ich nicht mehr seit „New Super Mario Bros. Wii“. Aber auch im Singleplayer durchaus unterhaltsam, alleine der liebevollen, handgeschöpften Zeichnungen und Animationen wegen. Ich finde: ein Meisterwerk.

Outland

Ein Metroidvania-Plattformer mit Ikaruga-Prinzip mit Anleihen am Limbo-Artdesign? Klingt nicht nur nach einem Spiel wie für mich gemacht, es spielt sich auch so gut. Danke Ubisoft für dieses leider stark unterschätzte Kleinod.

Uncharted 3

Dank des betriebenen Aufwands, die zwischenmenschliche Chemie der Schauspieler einzufangen, ist Uncharted 3 ein sehr warmes, menschliches Spiel geworden. Damit hat Naughty Dog das erreicht, was elementar nötig ist, um abseits bombastischer Grafik und überbordender Action aus einem guten Spiel, ein sehr gutes zu machen, das auch nach dem Ausschalten der Konsole noch im Gedächtnis bleibt.

Rage

Von den vielen Triple A-Titeln dieses Jahr das wohl zu Unrecht am meisten missverstandene Spiel. Was die reine Ballerei angeht, hatte mir kein Shooter (außer vielleicht Crysis 2) mehr Spaß gemacht dieses Jahr. Auch wenn RAGE nie ein Fallout sein wollte, wünsche ich mir die Grafikengine für Fallout 4.

Die Runner Ups

Nur knapp an der Polygon-Grenze von 10 Titeln vorbeigeschrammt, aber alles andere als nicht erwähnenswert:

Kirby‘s Epic Yarn

Das erste Spiel, welches ich dieses Jahr durchgespielt und geliebt habe. Geniales Artdesign, zuckersüß bis zur Schmerzgrenze und tolle Ideen. Ein Tick zu einfach aber klasse im Sofa-Koop. Ich will mehr von Stoff-Kirby sehen! Schwerer als das Spiel war es, den Artikel zusammen mit SpielerZwei fertig zu stellen. Der Header des Jahres von mexxer, übrigens.

Aliens: Infestation

Ein weiteres Metroidvania-Spiel von den Pixelgroßmeistern bei Way Forward. Wunderbarer Fan-Service am Aliens-Universum und spielerisch brillant. Der verdiente Schwanengesang auf den Nintendo DS.

Batman: Arkham City

Ja, Arkham City ist ein großartiges, abwechslungsreiches Spiel. Mir gefiel Arkham Asylum mit seiner stärkeren Linearität, den psychedelischen Wahnsequenzen und dem ständigen Gefühl der Enge und Beklemmung im Hochsicherheitstrakt-Irrenhaus dennoch einen Tick besser. Vielleicht auch, weil es aus dem Nichts selber wie der Dunkle Rächer kam, während ich auf Arkham City regelrecht hingefiebert habe.

Bulletstorm

Das bessere Duke Nukem mit einer extrem großartigen wie makaberen Kunstschuß-Kombo-Mechanik. In der deutschen Version unspielbar zerschnitten aufgrund der Einreichung bei der USK. Wollte meine Version bei EA umtauschen, aber bekam leider keine Reaktion auf meinen Brief.

Dead Space 2

Endlich redet Isaac. Stumme Helden must die! Gewohnt dichte Atmosphäre und spannende Action, toll in Szene gesetzt. Leider geht der Flair aus Teil 1 etwas dadurch verloren, dass aus dem verletzlichen Ingenieur mit Todesangst der bewaffneten Space-Killer geworden ist. Davon abgesehen richtig, richtig gut!

Crysis 2

Mein erstes Crysis, da nun endlich für Konsolen. Optisch das Beeindruckendste, was ich auf meiner Xbox360 bis dahin sah. Der Nanoanzug, das zerstörte New York und die gefühlte Entscheidungsfreiheit in den Kämpfen blieben positiv in Erinnerung.

L.A. Noire

Tolles Kino-Setting mit faszinierender Technik und als neue Richtung des Adventure-Genres genau der richtige Weg. Leider krankte das Spiel dann doch an einigen Kinderkrankheiten und der schwachen Rätsel- und Dialogmechanik. Die Story hatte zwar ein paar Schwachstellen, aber war insgesamt sehr spannend und atmosphärisch erzählt. Allen voran die tollen, untypischen Charaktere. Cole Phelbs dürfte mit Abstand der ekligste, glatteste und damit unsympathischte Hauptcharakter der Rockstar-Geschichte sein. Und das als der erste Cop. Allein dafür lohnt sich L.A. Noire. Ein Nachfolger wäre toll, doch die Pleite von Entwickler Team Bondi lässt leider wenig Hoffnung zu.

Disclaimer:

Nicht, dass es irgendwie wichtig wäre, geht ja um nichts, aber dennoch der Hinweis: Ich habe meine Liste vor dem Aufruf auf polyneux erstellt, bevor ich Einblick in die eingeschickten Stimmen hatte und habe mich bei der internen Stimmenvergabe des Polyneux-Votes enthalten. Ist zwar quatsch, weil die Votes ja eh öffentlich sind. Wer aufmerksam die Blogs beobachtet und absurft, hat den gleichen Einblick wie ich. Aber ihr kennt die Trolle ja, haters gonna hate.

Auch ein Hinweis an die Hater: Ich habe Skyrim nicht gespielt, (aus Gründen), finde Zelda zwar spielerisch toll, aber extrem nervig und Dark Souls lässt mich Amok laufen. Gears of War 3 ist klasse, weil Koop und Horde, aber halt doch zu stupide und nimmt sich selbst viel zu ernst am Ende, daher nicht auf der Liste.

Kommentare zu: "Polygon 2011 – Meine Lieblingsspiele des Jahres" (2)

  1. pixelpinata schrieb:

    Outland vergesse ich immer wieder. Ich dachte das wäre nur wieder ein weiterer öder Puzzle-Platformer, bis dann hier und da der Begriff Metroidvania auftauchte (bei dir ja auch). Gleich mal die Demo ziehen, bevor ich es wieder vergesse.

  2. […] Arkham City ist ein großartiges, abwechslungsreiches Spiel und hat meine Top 10 des Spielejahres 2011 nur knapp verfehlt. Der Vorgänger “Arkham Asylum” gefiel mir mit seiner […]

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