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Für unseren Gemeinschaftsartikel zu Wing Commander auf polyneux habe ich folgenden Absatz beigetragen. Nachdem die Kollegen schon alle Chris Roberts-Witze und alles über den Technik-Upgrade-Wahn gesagt hatten, blieb für mich nur noch meine Erinnerung an den Joystick, die Schauspieler und die nervigen Katzenviecher übrig …

Wenn ich in meinen Erinnerungen zu Wing Commander 3 stöbere, kommen mir ein paar sehr spezifische Dinge in den Sinn. Da wäre zum einen die eher unschöne Erinnerung an die Kirk-würdige Wampe, die Mark Hamill vor sich her schob. Ich weiß noch genau, wie ich ob des deutlich vorangeschrittenen Alterungsprozesses von Mr. Skywalker erschrak. Der zweite Schock kam dann sofort im Anschluss bei der ersten Begegnung mit Biff „Hallo-McFly-jemand-zuhause?“ als Maniac. Ich fragte mich, ob das jetzt ein Klassentreffen der coolen Teenie-Stars werden sollte? Fehlte ja eigentlich nur noch Ferris Bueler. Um so erstaunlicher, dass Wing Commander trotz dieser zwei Schubladen-Schauspieler doch so gut funktioniert hat in den Filmsequenzen.

Da wir grad bei Genre-Schauspielern sind, die krampfhaft vor ihren Jugend-Rollen fliehen möchten: Natürlich hatte ich damals einen gehörigen Crush auf Rachel, die blonde Technikerin, was aber mitunter an ihrer sexy deutschen Synchronstimme gelegen haben dürfte. Was ich übrigens erst jetzt in der Recherche zu diesem Text herausgefunden habe: Es war die erste Rolle für Schauspielerin Ginger Lynn Allen, in der sie Ihre Uniform anbehalten hat. Die gute Rachel war nämlich vor Wing Commander 3 ein bekannter „Adult-Film-Star“. (Nein, ich wusste das wirklich nicht damals.)

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Die zweite Erinnerung dreht sich um die pixelkrustigen Schauspieler-Ani-Gifs in den Menüs, die in dem gerenderten Menü etwas deplatziert wirkten und bei MouseOver immer die selbe Bewegung abspielten. Von den ollen Interlace-Bluescreen-Videos des dritten Teils ganz zu schweigen. Wehe dem, der damals kein SuperVGA hatte. Von den Artefakten wurde man ansonsten fast erschlagen. Da hatte Wing Commander IV mit seinen echten Kulissen doch einen gehörigen Sprung nach vorne gemacht. Und nicht nur das. Zum Glück spielten auch endlich die lächerlichen Katzenkostüme kaum noch eine Rolle. Diese Muppets-Show in Wing Commander 3 war meiner Meinung nach schier unerträglich. (Daher mochte ich die Privateer-Ableger auch immer deutlich lieber) Ich habe den Film nicht gesehen, aber der Trailer zumindest deutet an, dass die Kilrathi dort einen deutlich düstereren, gefährlicheren Raubtier-Look haben und nicht mehr wie Samson aus der Sesamstraße herumlaufen.

altAber – die wohl prägendste und eindeutigste Erinnerung geht zurück an meinen „Logitech Joystick Wingman Extreme Digital“-Flightstick. So ein richtiger Joystick, wie man ihn nur noch bei nerdigen Flugsimulatoren-Freaks antreffen würde. So ein richtiger Joystick, mit ergonomisch geformten Griff und extra Feuerknopf am Daumen für die Raketen. Diese Steuerknüppel waren dann mit dem Ende des Genres auch schnell ausgestorben. Schade, dass Wing Commander IV so teuer war, dass es die Produktionskosten von ca. 15 Millionen Dollar kaum eingespielt hat. Wobei der direkte Nachfolger Prophecy mir eigentlich ganz gut gefallen hatte und wieder deutlich mehr Spiel zwischen den Filmchen zu bieten hatte. Dort durfte ich dann auch zum ersten Mal in der Wing Commander-Serie meine ultra-moderne 3dfx-Karte nutzen.

Ob ich den Joystick noch 2003 hatte, als ich das von Enk bereits erwähnte und von mir geliebte Freelancer spielte, kann ich nicht mehr wirklich sagen – ich vermute aber, dass ihn ihn zusammen mit der 3dfx-Karte rausgeschmissen habe – also den Joystick, nicht Enk. Eigentlich schade drum, ich hätte mal wieder richtig Lust auf einen Weltraumshooter. Die kleine, überraschende Sequenz in Halo: Reach, in der man die Station mit Raumschiffen verteidigt, hat meiner Meinung nach gezeigt, dass das auch mit dem Gamepad noch Spaß machen kann. Verwunderlich eigentlich, dass das Genre danach nicht von Bungie oder zumindest von Microsoft als Spin-Off wieder auferweckt wurde.

Mein Traum wäre es ja, ein Wing Commander-Spiel im (neuen) Battlestar Galactica-Universum zu haben. Ich würde mich aber auch mit Freelancer 2 oder einem neuen Wing Commander abfinden – dann aber bitte ohne Katzenkostüme.

Was meine Flügelmänner zu Wing Commander zu sagen haben, könnt ihr auf dem wunderbaren Mutterschiff polyneux.de nachlesen.

Kommentare zu: "Erinnerungen an Wing Commander" (2)

  1. Yeah. Meine Erinnerungen an WingCommander sind total verschwommen. Bin ja ein bißchen Jünger, aber ich erinnere mich noch, dass es irgendwann in so einer alten PC-Zeitschrift dabei war. Keine Ahnung ob es nur die Freeware war oder das volle Spiel. War mir mit ca. 10 Jahren auch egal, hätte es vermutlich eh nie durchgespielt. Ich weiß noch, dass ich total von den Filmsequenzen geflasht war. Mark Hamill, alter! Ich hatte gerade Krieg der Sterne gesehen und war großer Fan geworden und da findet man dann so ein Spiel. Just vor einer Woche habe ich mir WingCommander1 für das SNES ersteigert. Bin aber noch nicht dazu gekommen es in die Konsole zu schieben. Da aber heute mein bester Freund vorbeikommt, werden wir wohl mal die alten „Retro“ Geräte anwerfen und uns den Erinerrungen erfreuen ;)

  2. ich hätte ja gern noch mal ein privateer, und zwar ohne die grausamen ladezeiten bei jeder landung :)

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