Splish Splash!

Der zweite Titel des Xbox 360-“Summer of Arcade” trägt diesen Titel mit Würde, denn arcadiger als “Hydro Thunder Hurricane” kann ein Spiel fast nicht mehr sein. Allein der Name leuchtet ja schon fast beim Lesen in grellem neongelb und riecht nach Münzautomaten in Kellergewölben. Das Gute daran: Genau so spielt es sich zum Glück auch! Ein waschechter (no pun intended) Racer mit pfeilschnellen Motorbooten auf acht verschiedenen Wasserstrecken mit allerlei Hindernissen und Gegnern.

Diese acht Kurse und die vielen, verschiedenen Boote müssen wir aber in Oldschool-Manier erst einmal freischalten. Das machen wir, in dem wir Credits durch gute Platzierungen einfahren. Neben den normalen Rennen mit 15 gegnerischen Mitfahrern, bei denen wir mit Hilfe von auf der Strecke eingesammelten Turbo-Flaschen, Abkürzungen und gewagten Überholmanövern versuchen, als Erster über die Ziellinie zu schippern, stehen uns noch alternativ 24 Ring-, 16 Zeitfahr-Rennen und 10 Turniere zur Auswahl. Dass wir uns dabei stets auf den gleichen 8 Strecken befinden, ist zwar schade, aber dem Kaufpreis von 1200 MS-Punkten völlig angemessen. Langweilig werden diese Strecken auf jeden Fall nicht so schnell, da sie sehr abwechslungsreich gestaltet sind. Wir fahren durch sehr inspirierte und mit vielen Überraschungen gespickte Landschaften wie zum Beispiel der Walhalla, der Gedenkstätte der Wikiniger, Abwasserkanälen in Paris, Babylonische Wasserstraßen oder auch in der Area51. Natürlich darf auch das obligatorische Dschungel-Setting oder die Eishöhle mit eingefrorenem Mammut nicht fehlen. Wie auch schon im Vorgänger “Hydro Thunder” aus dem Jahre 1999 gibt es auf den Strecken abseits der Ideallinie viel zu entdecken. Geheime Abkürzungen, gut versteckte Sammel-Objekte und Sprungschanzen laden zum arcadetypischen mehrfach-Spielen der Strecken ein. Erst wenn man die einzelnen Streckenabschnitte gut verinnerlicht hat, kann man in den höheren Schwierigkeitsgraden überhaupt auf einem Platz auf dem Siegertreppchen hoffen – gut gelöst ist die Idee, dass der Schwierigkeitsgrad der Gegner von der Wahl des eigenen Bootes abhängt. Das spielt im Multiplayer natürlich keine Rolle, hier sollte man schon die meisten Boote im Singleplayer freigeschaltet haben, sonst sieht man kein Land (hey, ehrlich, das war wieder kein absichtliches Pun). Beispielhaft: Ob wir die Credits offline oder online sammeln, spielt für den Spielfortschritt keine Rolle.

Im Ring-Rennen bekommen wir für die verpassten, im Wasser versenkten Kreise Minuspunkte und unser Boost-Vorrat geht verloren (sehr ärgerlich), im Gauntlet-Modus navigieren wir uns durch explodierende Fässer, die uns den Weg erschweren. Besonders lobenswert: Der Multiplayermodus erlaubt nicht nur Online-Wettkämpfe sondern auch der fast in Vergessenheit geratene Splitscreen-Modus darf hier seine soziale, verbindende Wirkung zeigen. Bis zu vier Spieler gleichzeitig können sich so vor dem Sofa versammeln und sogar in dieser Konstellation gegen andere Splitscreen-Gruppen fahren. Auch 2 Spieler an einer Konsole gegen 5 andere online? Alle Konstellationen sind machbar, so muss ein moderner Multiplayer-Modus aussehen, super!

Klar, das Wasser sieht in Red Dead Redeption deutlich echter und schöner aus, die Wasserphysik war schon in WaveRacer auf dem N64 besser und der Umfang in Vollpreis-Titeln wie Blur ist um einiges größer. Dennoch kann ich „Hydro Thunder Hurricane“ wirklich empfehlen. Mir macht es zur Zeit einen Heidenspaß und für die 1200 MS Punkte ist es sein Geld auf alle Fälle wert, wenn man auf actionreiche Arcade-Racer steht. Die 8 Strecken sind wirklich klasse umgesetzt und unter dem im Menü bereits angekündigten „DLC“-Button finden sich sicherlich in Kürze bald auch weitere Strecken.

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