Alpha Protocol Review

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Ich habe mich direkt nach der ersten Ankündigung, die ich über Alpha Protocol las, auf dieses neue Rollenspiel gefreut und es auf meinen Masterplan für 2010 gesetzt. Ein Mass Effect in der Neuzeit im Jack-Bauer-Agentensetting? Ein Spionage-RPG und noch dazu von Obsidian Entertainment? Hell yeah! Um so größer war die Freude, als mir dann das Testmuster zugesagt wurde doch erste Bedenken wurden laut. Gametrailers und Co haben das Spiel Wertungstechnisch zwar etwas zerfleischt, doch mein Ersteindruck war eigentlich durchweg positiv. Dieser sollte sich zum Glück auch bis zum Ende des Spieles halten. Nun ist mein Review fertig und ich mochte dieses Spiel WIRKLICH gerne! Bisher würde ich sogar sagen, dass es einen Top10 Platz in meinem persönlichen Jahrescharts schon relativ sicher inne hat, trotz der großen Konkurrenz und der leider nicht zu übersehenden Mängel, aber dazu mehr im kompletten Review.

Mein Fazit: Alpha Protocol ist nicht für jeden Spielertypus gemacht. Das Rollenspiel und vor allem die Dialoge stehen klar im Vordergrund. Eine toll erzählte Geschichte, die sich, abhängig davon, wann ich wo und wie mit meinem Charakter agiere, mit wem ich rede und wen ich dabei am Leben lasse, entwickelt. Dabei stellt mich das Spiel oft vor schwierige Entscheidungen, die ich innerhalb von Sekunden aus dem Bauch heraus treffen muss. Es gibt kein richtig oder falsch, aber jede Aktion erzeugt eine Gegenreaktion und diese bekomme ich das komplette Spiel hindurch zu spüren. Mal stärker, mal weniger, aber immer konsequent. Feinde werden zu Verbündeten und umgekehrt. Ich fühle mich nicht nur wie beim Zuschauen einer spielbaren Folge von 24, ich bin mittendrin und das fühlt sich gut an. Wunderschöne und sehr abwechslungsreiche Locations, packend und humorvoll geschriebene Dialoge und ein sehr variantenreiches Skill-System, welches mich genau so spielen lässt, wie ich das möchte. Da verzeihe ich dem Spiel auch, dass die Grafik-Engine nicht auf dem aktuellsten Stand des technisch Machbaren ist. Auch, dass die Action manchmal unter dem statistischen Unterbau des Rollenspiel-Regelwerks krankt, wenn ein sicher geglaubter Schleichversuch scheitert oder ein Schuss nicht sitzt. Alpha Protocol ist nun mal in erster Linie ein Rollenspiel. Wenn ich den Charakter entsprechend seiner Fähigkeiten einsetze, dann klappt das größtenteils auch sehr gut. Es erinnert stark an ein Mass Effect 1 mit einem modernen Agentensetting, aber mit genügend eigenständigen Ideen und Errungenschaften, um mehr zu sein, als nur eine einfache Kopie. Mir hat Alpha Protocol sehr viel Spaß gemacht und ich freue mich auf weitere, dann gerne auch etwas technisch reifere Abenteuer mit Michael Thorton.

Mein komplettes (sorry, wieder sehr ausführlich geratenes) Review könnt ihr drüben bei Players-Source nachlesen.

Danke an Mike von PS und natürlich Sega für die freundliche Unterstützung mit dem Testmuster für die PS3.

Kommentare zu: "Alpha Protocol Review" (6)

  1. Hört sich gut an, freue ich mich schon drauf. Hatte mir ja letztens spontan Damnation gekauft, wofür mich dann halb Twitter bemitleidet hat (die andere Hälfte hat mich ausgelacht), das hat der Laden zum Glück zurück genommen und ich hab mir stattdessen AP mitgenommen. Wird heute dann mal in die Konsole geschoben.

    • Deine Kollege Fabian fand es ja auch gut. Man muss schon etwas leidensfähig sein in den Action-Sequenzen, wird dafür aber echt belohnt, wenn man durchhält am Anfang ;) Nur verskillen darf man sich nicht… Da ist das Spiel echt etwas unausgeglichen. Also möglichst auf ein paar Sachen konzentrieren (keine Shotguns!) und das Spiel wird einfacher, wenn man gut schleichen kann.

  2. Nur alleine gut schleichen zu können reicht u.U. auch nicht. Ich habe 50% auf Schleichen und 30% auf Pistolen geskillt und leider direkt mit Moskau angefangen. Bei der ‚Rette Surkov‘-Mission bin ich dann verzweifelt. Dann bin ich nach Rom und Taipeh und das war dagegen ein Kinderspiel. Bin noch in Taipeh und sehr gespannt, wie das Game ausgeht. :)

    • Ja, das kann man dem Spiel wirklich vorwerfen, das hat Doreen im Polyneux-Podcast ja auch richtig formuliert. Blöd ist es, wenn einen das Spiel zur Action „zwingt“, auch wenn man darin eben nicht spezialisiert ist. „Beschütze Person X“-Missionen finde ich generell aber bei den meisten Spielen kritisch, ist doch oft so, dass man die Missionen durch KI-Dummheit verliert und nicht durch eigenes Verschulden.

  3. Yeeeeaaah, Dank dem Bruder im Geiste! Es ist immer wieder schön, auch Reviews zu lesen, in denen Alpha Protocol nicht gnadenlos niedergemacht wird, weil es halt das falsch macht, was 1000 andere durchschnittliche Spiele besser können… nur dass diese alle nicht mal eben die Zukunft des Storytellings definieren.
    Zum Beispiel schreibst du in deiner Vollversion, dass die Reihenfolge Moskau/Rom/Taipeh beliebig ist, aber das Spiel dennoch schnallt, was bereits wie erledigt wurde und das nahtlos in die Erzählung einfließen lässt. Das fiel mir auch auf, bin ich in meinem Review aber gar nicht drauf eingegangen – ein weiteres großartiges Feature.
    AP ist toll! Mögen viele verirrte Seelen dein Review lesen und wahre Erleuchtung finden. Und wenn Mass Effect 3 gnadenlos von AP kopieren und die Spielewelt Kopf stehen wird: wir wussten es vorher.

  4. […] Driver gespielt mit dem Namen Driver: Renegade und reden noch ein wenig über die Parallelen von Alpha Protocol und Deus Ex: Human Revolution. Standard Podcast [ 20:38 ] Play Now | Play in Popup | […]

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