(c) 2010 Hans im Glück Druckfrisch bei mir eingetrudelt: “Dominion: Die Alchemisten” – die offizielle zweite Erweiterung (aber quasi dritte, wenn man “Die Intrige” mit zählt) für das Spiel des Jahres 2009 “Dominion“.

Ich habe es bereits in den Tests zum Grundspiel und zur 1. Erweiterung “Seaside” geschrieben: Als ehemaliger Magic the GatheringSüchtiger Spieler freut es mich immer wahnsinnig, neue Karten für eines meiner aktuellen Lieblingsspiele zu bekommen, um dem Spiel mehr taktische Tiefe und Möglichkeiten zu verleihen.

Wie sich die neuen Karten im Praxistest beweisen und welche Neuerungen hinzugekommen sind, habe ich im selbstlosen Selbstversuch für euch, meine treuen Leser, herausgefunden.

Die neuen Karten wurden zum ersten Mal letzte Woche in Köln bei der “Role Play Convention” kurz RPC im Rahmen eines Turnieres vorgestellt. Wer dort nicht dabei sein konnte, hat noch eine zweite Chance, da der Hans im Glück Verlag in ausgesuchten Spieleläden vom 29.4 bis zum 3.5 in einigen Städten Dominion-Turniere veranstaltet. Eine genaue Liste der Städte findet ihr hier auf der Verlagsseite (PDF).

In unserer ersten Testrunde haben wir das vorgeschlagene Set mit dem schönen Namen “Chemiestunde” ausprobiert, bei dem 4 der 11 neuen Aktionskarten Verwendung finden, welches übrigens auch laut der Anleitung als ideale Mischung ausgesprochen wird. Oh mein Gott…was passiert wohl, wenn man mit mehr als vier Karten aus dem Alchimisten-Set spielt? Ahhh!!! Nachdem ich diese “Warnung” gelesen hatte, wollte ich natürlich sofort komplett alle 10 Königreichkarten mit Karten aus dieser Erweiterung bestücken, wurde aber von meine Mitspielern überzeugt, das Schicksal nicht unnötig an diesem Abend herauszufordern…

Im Gegensatz zur “Seaside”-Erweiterung, die vor neuen Regeln, tollem Material und ganz neuen Kartentypen nur so überquoll, beschränkt sich “Die Alchemisten” auf Feintuning. Zum einem gibt es eine neue Währungseinheit in Form einer Geldkarte, auf der ein blauer Trank zu sehen ist. Diese Karte kann wie die bekannten Geldkarten erworben werden und wird benötigt, um Aktionskarten zu kaufen, die neben dem Preis in Gold noch eben diesen zusätzlichen Trank verlangen.

Die Zweite Neuerung ist eine Karte, die sowohl Aktions- als auch Geldkarte ist. Der “Stein der Weisen” liegt als Königreichkarte aus, muss in der Kaufphase erworben werden und kann dann in einer Kaufphase wie eine Geldkarte genutzt werden. Das Besondere daran: Sein Wert definiert sich durch die Anzahl der eigenen Karten, geteilt und gerundet durch 5.

Die neuen Karten wirken auf den ersten Blick stark bis sehr stark, wenn man allerdings bedenkt, dass man neben den Goldkarten auch meist noch zusätzlich einen Trank zur Bezahlung benötigt, sind diese Steigerungen durchaus gerechtfertigt. Einzig der “Stein der Weisen” kam uns im ersten Durchgang für einen Tick zu mächtig vor, kann er doch gegen Ende des Spiels durchaus mal Werte von 6-8 Gold erreichen (ergo ab 30-40 Karten im Deck). Jedenfalls beschleunigt er die Endphase enorm – wirkt jedoch selbstredend bei Strategien, die auf ein schlankes Deck zielen, deutlich schwächer.

Besonders angetan hat es mir die Karte “Golem”. Gespielt, erlaubt sie einem, solange Karten vom Nachziehstapel aufzudecken, bis 2 Aktionskarten offen liegen. Diese zwei Aktionen (außgenommen weitere Golemkarten, um dem Raum-Zeit-Kontinuum keine Risse zuzufügen) dürfen sofort und in beliebiger Reihenfolge ausgespielt werden. In Kombination mit Karten, die einen +1 oder +2 Aktionen spendieren, sind hier richtige Marathonzüge zu bewerkstelligen, die einem fast das den gesamten Nachziehstapel abdecken können (allerdings eher nervig für die wartenden Mitspieler).

Die Qualität der Zeichungen ist hervorragend und auf hohem Niveau. Thematisch trifft dieses Set mit den Namen der Karten und ihren Auswirkungen, zumindest bei mir, voll ins Schwarze.

Soweit mein erster Eindruck. Ich werde den Beitrag nach den nächsten Spielrunden um weitere Eindrücke ergänzen. Bisher macht die Erweiterung einen sehr schönen und runden Eindruck, die gespielten Karten fanden sofort ihren Platz in den Strategien und dass ich die erste Runde gewonnen habe, spricht natürlich ebenfalls für das Set. :-)

Ein riesiges Danke geht an Dirk vom Hans im Glück-Verlag für die freundliche Unterstützung mit dem Testmuster!


Kommentare zu: "“Dominion: Die Alchemisten” – Erster Eindruck der 2. Erweiterung" (4)

  1. Andi schrieb:

    ich habe mir ja das – normale – dominion auch besorgt und auch schonmal – leider nur eine 2er runde bzw. einige 2er runden damit gespielt und finde es auch sehr spannend und auch eine pfiffige idee (vor allem, weil ich ja auch mal ganz kurz magic-süchtig war :-) ).

    aber irgendwie ist es wenig interaktiv – also es wurschtelt doch jeder weitgehend vor sich hin und man kriegt auch gar nicht wirklich mit was der andere dreht. ist das durch die erweiterungen besser geworden? bei siedler hat ja auch erst die „städte ritter“ erweiterung etwas mehr möglichkeiten gebracht ins spielgeschehen der anderen einzugreifen. ich bin eigentlich eher der invasive spielertyp und vermisse das.

    a props: kennst du eigentlich „illuminati“ ? das ist ein beispiel für ein super-duper-interaktives kärtchenspiel – finde ich.
    http://de.wikipedia.org/wiki/Illuminati_%28Kartenspiel%29

  2. Wie ich es auch in den beiden ausführlichen Tests beschrieben hatte: Interaktiv ist Dominion nicht sehr, das bemängele ich auch. Klar gibt es nun ein paar Karten, die das „etwas“ verbessern. Zum Beispiel kann man im Alchemisten Set mit einer Karte „Besessen“ die komplette Runde eines Gegners übernehmen und für sich selber spielen, sehr schön! :-) Da kommt Stimmung auf. Aber im Grunde bleibt es ein „jeder baut für sich“ Spiel.

    (Disclaimer: die Intrige-Karten kenne ich noch nicht)

  3. […] Unterhaltungsmedien gehören meiner Meinung nach zwar endlich abgeschafft, aber auf meine Brettspiele im Pappkarton mit Holzfiguren möchte ich dennoch auf keinen Fall […]

  4. […] digitale Unterhaltungsmedien gehören meiner Meinung nach zwar endlich abgeschafft, aber auf meine Brettspiele im Pappkarton mit Holzfiguren möchte ich dennoch auf keinen Fall […]

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