Tales of Monkey Island

Die Gerüchteküche vor der  2009er E3 war heftig am brodeln. Einige Blogs hatten berichtet, das ein neues „Monkey Island“-Spiel in der Mache sei, wieder andere Gerüchte besagten, es würde ein Remake des ersten Teils mit neuer Grafik und Sprachausgabe geben. Das Beste an den Gerüchten: Beides hat sich zum Glück bewahrheitet! Während wir in der Special Edition des ersten Monkey Island Teiles die alten Gags endlich mit Sprachausgabe und neuer Grafik feierten, entschied sich Telltale Games für die deutlich schwierigere Variante: Das große Erbe der „Monkey Island“-Serie mit NEUEN Geschichten weiterzuführen.

Ich höre manche von euch sagen: „Wie kann es Telltale Games wagen, einfach so die heilige Mutterkuh des Adventure-Genres anzufassen?“ Alle Skeptiker können sich beruhigt zurücklehnen und tief durchatmen: Das Team wurde angeführt von Dave Grossman, einer der Hauptautoren und Designer des ersten Teils. Auch Ron Gilbert wurde extra für ein paar Tage eingeflogen um der Serie seinen Segen und Feedback zu geben. Es ist also alles in Butter. Natürlich wusste auch Lucasarts Bescheid und arbeitete eng mit Telltale Games zusammen. Die Musik wurde ebenfalls wieder vom gleichen Komponisten (Michael Land) geschrieben und Dominic Armato leihte erneut Guybrush Threepwood seine Stimme.

Puh. Nachdem diese berechtigten Zweifel aus dem Weg geräumt waren, habe ich mir also alle 5 Episoden der ersten Season genauer angeschaut. Mein erster, sehr guter Eindruck aus Episode 1 hat sich durchgängig bis zum furiosen Finale gehalten.

Telltale Games hat zwei Dinge geschafft, die bis vor kurzem in der Computerspielbranche als tot und nicht machbar galten: Erstens, das Adventure-Genre wieder zu beleben und zweitens, so genannten „Episodic Content“ erfolgreich zu verkaufen. Die Serie um einen Detektiv-Hund mit seinem durch geknallten Hasen-Kollegen, bekannter unter dem Namen „Sam & Max“ ist bereits in der zweiten Season erschienen. Die Abenteuer um die britischen Knethelden „Wallace & Gromit“ wurden ebenfalls gebürtig von Telltale Games in Adventure-Form gepackt. Erst mit „Tales of Monkey Island“ jedoch sind sie  meiner Meinung nach auf der Qualität mit den Klassikern unserer Kindheit angekommen.

Wer bis jetzt gewartet hat, weil er mit dem episodischen Releases nichts anfangen kann, darf jetzt beherzt zuschlagen und sich das Komplettspiel zulegen. Gute Englischkenntnisse und Lust am Knobeln vorausgesetzt. Da die erste Season bereits ein großer Verkaufs-Erfolg war, dürfte eine deutsche Synchro nicht allzu lange auf sich warten lassen (aber wer will das schon?). Ein dickes Lob nochmal an die Entwickler. Es war sicherlich kein leichtes Erbe, die beliebteste Adventure-Serie der Welt fortzusetzen. Das Experiment ist jedoch geglückt und ich hatte sehr, sehr viel Spaß mit den neuen Geschichten um unseren „mighty Pirate ™“.

Ich freue mich schon jetzt auf ein Wiedersehen mit Murray, Stan und LeCuck wenn es in die hoffentlich bald erscheinende zweite Season geht. Bis dahin hoffe ich, dass sich die Entwickler dazu durchringen können ENDLICH die bekloppte Maussteuerung abzuschaffen und einfach wieder zur klassischen „Klick um zu Laufen“ Variante wechseln. Auch das Kombinieren von Items im Inventar ist stark verbesserungsbedürftig. Eine Karte zum schnellen Wechseln der Locations würde ich dann auch noch auf die Wunschliste setzen. Das sind aber alles Nebensächlichkeiten. Denn an Story, Erzählweise, Rätsel, Humor und Atmosphäre gab es an dieser ersten Season so gut wie nichts auszusetzen! Für alle Monkey Island Fans also ein eindeutiger Kaufbefehl.

Für PC und neuerdings auch Mac gibt es übrigens eine Demo in Form der ersten Episode – auf der Wii sind auch alle Episoden über den WiiWare Store erhältlich.  Update: Zu den iPad-Versionen geht es hier entlang: Episode 1 / Episode 2 / Episode 3 / Episode 4 / Episode 5

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