Kälte

Es ist keine Menschenseele auf der Straße. Überall türmen sich meterhohe Schneeberge. Die komplette Stadt scheint unter einer riesigen, weißen Decke zu schlafen. Ich irre umher, suche nach einem Ausweg aus den Schneemassen als plötzlich… meine Wiimote klingelt. Etwas verdutzt schaue ich auf das Eingabegerät in meiner Hand, und höre, wie jemand aus dem kleinen, integrierten Lautsprecher quäkt. Reflexartig und als wäre es selbstverständlich, halte ich mir die Wiimote wie ein Telefon ans Ohr, mein Charakter auf dem Bildschirm tut das schließlich auch und ich… telefoniere.  Der Anruf war mysteriös, eine mir unbekannte Frau, wie von Band gesprochen und mir läuft es ob der direkten Nähe dieser Stimme an meinem Ohr eiskalt den Rücken runter. Auch dass diese Stimme nicht aus dem Fernsehgerät kommt, sondern in meiner realen Welt zu mir spricht, beunruhigt mich.

Ich laufe ein Stück weiter als plötzlich um mich herum alles einfriert. Wände überziehen sich mit großen Eisflächen und gesichtslose Wesen kriechen aus Ecken und Ritzen und versuchen mich zu fangen. Sie sind nicht besonders schnell, aber ich habe ein Problem: Ich kann mich nicht wehren. Meine Taschenlampe blendet und stoppt sie nicht und auch in Sachen Selbstverteidigung kann meine Spielfigur nicht die geringsten Vorkenntnisse aufweisen. Einziger Ausweg aus dieser Eishölle ist die Flucht. Gehetzt renne ich der nächsten Tür entgegen, schlage sie mit meiner Schulter auf und stolpere danach ein paar Schritte, doch da sind noch mehr von diesen Wesen. Panisch suche ich nach einer weiteren Tür, als mich eines der Wesen zu greifen bekommt. Wild gestikulierend versuche ich dieses Monstrum von mir zu schütteln, was mir glücklicherweise auch gelingt. Doch nicht nur Harry, mein Alter Ego auf dem Bildschirm, schnauft, auch ich atme schneller, und so gefroren die Landschaft um mich herum aussieht, so kalt fühlt sich auch mein Wohnzimmer momentan an, in dem ich auf der Kante meines Sofas sitze und gebannt den Ausgang aus diesem Albtraum suche. Ich finde ihn nicht und bin am Verzweifeln, in diesem Lagerraum bin ich doch vor ein paar Minuten schon gewesen. Mir steht der kalte Schweiß auf der Stirn. Ich durchbreche eine andere Tür, die mir vorhin noch nicht aufgefallen ist und bin erleichtert – ich habe es geschafft.

Doch ein leises Frösteln überkommt mich auch heute noch, wenn ich an den Sound denke, der die Eisabschnitte von Silent Hill: Shattered Memories eingeläutet hat…

Dies ist ein Beitrag zum Thema „Kälte“ des Blog-Projekts [52games]

Neubeginn

Junge trifft Mädchen. Die wohl am öftesten erzählte Geschichte der Welt. Tausendmal erzählt und wird doch nie langweilig. The Legend of Zelda ist ebenfalls eine dieser Geschichten. Eine Spiele-Serie, die uns seit über 25 Jahren die stets ähnlich ablaufende Legende der Prinzessin Zelda erzählt, wie sie von ihrem grün bemützten Helden Link gerettet wird. Jedes Spiel ein Neubeginn, auch für uns Spieler.

Die Reise des Helden beginnt ohne Ausrüstung aber mit einem Ruf nach der entführten Prinzessin oder dem drohenden Ende der Welt, führt durch schwere Prüfungen, die den Charakter schulen und formen. Seinen Geist, seinen Mut und Willenskraft einfordern und aus dem kleinen, unbedarften Jungen einen starken Kämpfer machen. Mit Hilfe von Mentoren und übersinnlichen Kräften wie dem Triforce gelingt der Figur schließlich die Transformation zum Helden. Kein Spiel beherrscht die Klaviatur dieser archetypische Grundstruktur der sogenannten Heldenreise, wie sie Campbell oder Vogler geprägt haben, so perfekt wie The Legend of Zelda.

So sehr sich Nintendo in der Geschichts-Struktur auch auf bewährte Formeln verlässt: Spielerisch wagt die Mannschaft um Miyamoto mit fast jedem neuen Zelda-Teil einen Neubeginn. Anstatt funktionierende Mechaniken über Jahre hinweg zu tragen, löst sich das Team gnadenlos von Altlasten. Jedes Zelda-Spiel überrascht mit neuen Ideen, mit Rätselmechaniken, die bewusst neue Eingabeformen der jeweiligen Hardware ausnutzen und als integralen Bestandteil des Spiels einbinden. Das klappt mal besser – wie die Entscheidung, die komplette Steuerung über den Stift am Nintendo DS zu regeln – und mal weniger gut – wie die teilweise sehr nervigen Fuchtelbewegungen in den Wii-Zeldas. Dennoch: Jeder Teil der Serie definiert die Vorstellung eines Zelda-Spieles neu, ohne die vorherigen Versionen verbessern zu wollen. Jeder Neubeginn hat seine Berechtigung.

Neben der zeitlosen Erzählweise liebe ich diese Reihe ja vor allem dafür, dass sie die romantische Vorstellung vermittelt, dass sich zwei Seelen über hunderte von Jahren stets wieder treffen. Link und Zelda, ein ständiger Neubeginn für die Ewigkeit.

Text zum Thema “Neubeginn” des Projekts [52games]

Und jährlich grüßt das Murmeltier. Auch dieses Jahr ruft das Blog-Konglomerat polyneux (an dem ich mitwirke), alle Spiele-Blogs und -Podcasts dazu auf, ihre Lieblingsspiele des Vorjahres zu finden. Nachdem wir letztes Jahr eher „klassisch“ in Kategorien abgestimmt haben und damit im Nachhinein nicht ganz so glücklich waren, wollen wir dieses Jahr das “Warum” in den Vordergrund stellen. Also weg mit den Kategorien oder einem komplizierten Punkte-System. Blogs werden schließlich für ihre Texte und subjektiven Meinungen gelesen. Daher steht dieses Jahr die eigene Meinung, die Frage im Vordergrund, warum genau welches Spiel für den jeweiligen Autor relevant gewesen ist.

Daran möchte ich mich natürlich auch gerne beteiligen, so without further ado, meine Lieblingsspiele des Jahres 2011, in loser, ungewichteter Reihenfolge:

Portal 2

Es gab viele Wege, das Erbe von Portal mit einem Nachfolger nachhaltig zu zerstören. Viele Firmen wären auf den Meme-Wagen gesprungen und hätten für das schnelle Geld Kuchenlügen und Glados zu Tode geritten. Valve dagegen hat alles richtig gemacht. Portal 2 ist großartig erzählt, bietet fantastische Neuerungen ohne das simple Grundprinzip zu stark zu verwässern und den großartigsten Koop-Modus des Jahres. Ausführliche Lobhudelei in meinem Gemeinschaftsartikel mit Daniel.

Deus Ex: Human Revolution

Das neue Deus Ex hat dieses Jahr einen besonderen Stellenwert dadurch erlangt, als dass es das Spiel geworden ist, welches ich durchgespielt habe, ohne einen einzigen, gegnerischen Menschen zu töten! Um so ärgerlicher, dass die Boss-Kämpfe einem diesbezüglich keine Wahl ließen und wie Fremdkörper in meiner pazifistischen Spielweise wirkten. Dennoch: Einer der Highlights der letzten Jahre. Cyberpunk is back! Auch in meinem Podcast eines der wohl am öftesten besprochenen Titel.

Bastion

Für dieses Spiel empfinde ich Liebe, wie zu kaum einem anderen Spiel je zuvor. Vielen Spielen gelingt es nicht, eine eigene Identität zu schaffen. Bastion hat damit von Beginn an keine Probleme. Dieses Spiel ist auf seine Art einzigartig und bringt eine ganze Handvoll neuer Aspekte und Ideen mit, die meiner Meinung nach das ganze Medium prägen werden. Noch dazu gehört der famose Soundtrack zu der am meisten von mir gehörten Musik des Jahres. An Bastion habe ich nichts, aber auch gar nichts auszusetzen. In meinen Augen ein perfektes Spiel bis in das kleinste Detail. <3

Super Mario Land 3D

Die Spiele-Serie, die mir auch in der hundertsten Neuauflage nie langweilig wird, weil sie bis oben hin mit neuen Ideen vollgestopft wird. Die Spiele-Serie, die mich immer dazu bringen wird, neue Hardware von Nintendo zu kaufen, auch wenn es sonst keine Spiele dafür gibt. Mario ist unsterblich und zeigt nicht die geringsten Abnutzungserscheinungen. Schon gar nicht in dieser 3D-Inkarnation, die als erstes Spiel auf dem 3DS den 3D-Effekt spielerisch sinnvoll zu nutzen weiß.

Driver: San Francisco

Meine Überraschung des Jahres. Der Mut Ubisofts, die totgelaufene Serie in eine neue, durchaus gewagte Richtung zu bewegen, wurde belohnt. Die Mechanik, in andere Fahrer zu springen und diese zu übernehmen brachte viele, spannende Möglichkeiten und den wohl abgefahrensten Endboss-Level des Jahres. Tolles Spiel.

Shadows of the Damned

Wer dem Suda-typischen, leicht infantilen Humor, seiner selbstironischen Punk-Rock-Attitüde und dem Setting des Dämonen-Rachefeldzugs nicht gänzlich abgeneigt gegenüber steht, wird einen fantastischen Ritt durch die Hölle erleben.  Die Art und Weise, wie diese vielen, einzelnen Elemente extrem unterhaltsam präsentiert werden, wie sie durch die überragende Musikuntermalung von Silent Hill-Sounddesigner Akira Yamaoka in die immer abgedrehter gestalteten Höllen-Welten eingebettet werden, das ergibt die im Artikel genannte, wohlschmeckende Spiel-Caprese, die dieses Jahr direkt vom ersten Biss an zu einem meiner Lieblingsgerichte des Jahres 2011 wurde.

Rayman Origins

Ein oder zwei Flaschen Rotwein, 3 Freunde und ein gemütliches Sofa. Soviel Spaß an Videospielen hatte ich nicht mehr seit “New Super Mario Bros. Wii”. Aber auch im Singleplayer durchaus unterhaltsam, alleine der liebevollen, handgeschöpften Zeichnungen und Animationen wegen. Ich finde: ein Meisterwerk.

Outland

Ein Metroidvania-Plattformer mit Ikaruga-Prinzip mit Anleihen am Limbo-Artdesign? Klingt nicht nur nach einem Spiel wie für mich gemacht, es spielt sich auch so gut. Danke Ubisoft für dieses leider stark unterschätzte Kleinod.

Uncharted 3

Dank des betriebenen Aufwands, die zwischenmenschliche Chemie der Schauspieler einzufangen, ist Uncharted 3 ein sehr warmes, menschliches Spiel geworden. Damit hat Naughty Dog das erreicht, was elementar nötig ist, um abseits bombastischer Grafik und überbordender Action aus einem guten Spiel, ein sehr gutes zu machen, das auch nach dem Ausschalten der Konsole noch im Gedächtnis bleibt.

Rage

Von den vielen Triple A-Titeln dieses Jahr das wohl zu Unrecht am meisten missverstandene Spiel. Was die reine Ballerei angeht, hatte mir kein Shooter (außer vielleicht Crysis 2) mehr Spaß gemacht dieses Jahr. Auch wenn RAGE nie ein Fallout sein wollte, wünsche ich mir die Grafikengine für Fallout 4.

Die Runner Ups

Nur knapp an der Polygon-Grenze von 10 Titeln vorbeigeschrammt, aber alles andere als nicht erwähnenswert:

Kirby‘s Epic Yarn

Das erste Spiel, welches ich dieses Jahr durchgespielt und geliebt habe. Geniales Artdesign, zuckersüß bis zur Schmerzgrenze und tolle Ideen. Ein Tick zu einfach aber klasse im Sofa-Koop. Ich will mehr von Stoff-Kirby sehen! Schwerer als das Spiel war es, den Artikel zusammen mit SpielerZwei fertig zu stellen. Der Header des Jahres von mexxer, übrigens.

Aliens: Infestation

Ein weiteres Metroidvania-Spiel von den Pixelgroßmeistern bei Way Forward. Wunderbarer Fan-Service am Aliens-Universum und spielerisch brillant. Der verdiente Schwanengesang auf den Nintendo DS.

Batman: Arkham City

Ja, Arkham City ist ein großartiges, abwechslungsreiches Spiel. Mir gefiel Arkham Asylum mit seiner stärkeren Linearität, den psychedelischen Wahnsequenzen und dem ständigen Gefühl der Enge und Beklemmung im Hochsicherheitstrakt-Irrenhaus dennoch einen Tick besser. Vielleicht auch, weil es aus dem Nichts selber wie der Dunkle Rächer kam, während ich auf Arkham City regelrecht hingefiebert habe.

Bulletstorm

Das bessere Duke Nukem mit einer extrem großartigen wie makaberen Kunstschuß-Kombo-Mechanik. In der deutschen Version unspielbar zerschnitten aufgrund der Einreichung bei der USK. Wollte meine Version bei EA umtauschen, aber bekam leider keine Reaktion auf meinen Brief.

Dead Space 2

Endlich redet Isaac. Stumme Helden must die! Gewohnt dichte Atmosphäre und spannende Action, toll in Szene gesetzt. Leider geht der Flair aus Teil 1 etwas dadurch verloren, dass aus dem verletzlichen Ingenieur mit Todesangst der bewaffneten Space-Killer geworden ist. Davon abgesehen richtig, richtig gut!

Crysis 2

Mein erstes Crysis, da nun endlich für Konsolen. Optisch das Beeindruckendste, was ich auf meiner Xbox360 bis dahin sah. Der Nanoanzug, das zerstörte New York und die gefühlte Entscheidungsfreiheit in den Kämpfen blieben positiv in Erinnerung.

L.A. Noire

Tolles Kino-Setting mit faszinierender Technik und als neue Richtung des Adventure-Genres genau der richtige Weg. Leider krankte das Spiel dann doch an einigen Kinderkrankheiten und der schwachen Rätsel- und Dialogmechanik. Die Story hatte zwar ein paar Schwachstellen, aber war insgesamt sehr spannend und atmosphärisch erzählt. Allen voran die tollen, untypischen Charaktere. Cole Phelbs dürfte mit Abstand der ekligste, glatteste und damit unsympathischte Hauptcharakter der Rockstar-Geschichte sein. Und das als der erste Cop. Allein dafür lohnt sich L.A. Noire. Ein Nachfolger wäre toll, doch die Pleite von Entwickler Team Bondi lässt leider wenig Hoffnung zu.

Disclaimer:

Nicht, dass es irgendwie wichtig wäre, geht ja um nichts, aber dennoch der Hinweis: Ich habe meine Liste vor dem Aufruf auf polyneux erstellt, bevor ich Einblick in die eingeschickten Stimmen hatte und habe mich bei der internen Stimmenvergabe des Polyneux-Votes enthalten. Ist zwar quatsch, weil die Votes ja eh öffentlich sind. Wer aufmerksam die Blogs beobachtet und absurft, hat den gleichen Einblick wie ich. Aber ihr kennt die Trolle ja, haters gonna hate.

Auch ein Hinweis an die Hater: Ich habe Skyrim nicht gespielt, (aus Gründen), finde Zelda zwar spielerisch toll, aber extrem nervig und Dark Souls lässt mich Amok laufen. Gears of War 3 ist klasse, weil Koop und Horde, aber halt doch zu stupide und nimmt sich selbst viel zu ernst am Ende, daher nicht auf der Liste.

I <3 Portal

Chris hatte neulich (sage ich immer, wenn ich nicht mehr weiß, wie lange das her ist) eine fantastische Idee, die so gut war, dass sie uns fast schon wieder einschüchterte: Einen Artikel über Portal 2 in mehrere Artikel aufteilen, die aufeinander mit vielen Links verweisen und sich so zu einem ganzen verweben und den Portal-Gedanken aufnehmen. Den man entweder einfach so durchlesen kann, der aber auch Sinn macht, wenn man immer direkt den Links folgt. Die Idee war so gut, dass sie uns erst mal lähmte wie ein schweres Rätsel in besagtem Spiel.

Wo fängt man da an? Wer verlinkt wann wie und auf wen? Etliche Monate “mal Ruhen lassen” später und nach mehreren verworfene Variationen später hat uns das Durchspielen des wunderbaren DLCs “Peer Review” dann doch noch motiviert, den Artikel zu Ende zu bringen. Würde mich freuen, wenn ihr mir folgen würdet:

*Manu schießt ein Portal an die Browserwand und geht hindurch*

Wer regelmäßig unserem kleinen, beschaulichen Podcast lauscht weiß bereits, dass ich gerne “laytonesque” Spiele spiele und mich auch dem Charme der grenzdebilen Bilder-Rätsel des Kollegen SpielerDrei  kaum entziehen kann.

Als mein Lieblingsillustrator mexer dann mit der Idee ankam, für unseren, wie ich finde, sehr famosen polyneux-Adventskalender 24 bekannte Videospiel-Bösewichte als “Türchen” zu gestalten, lag die Idee nah, euch einfach miträtseln zu lassen. Außerdem liegen hier noch ein paar hübsche Preise rum, die im Rahmen der anhaltenden Geburtstagsfeierei zu “365 Folgen Podcast” unters Volk müssen.

Die Aufgabenstellung ist ganz einfach: Erkennt und benennt alle 24 Silhouetten der Villain-Ansammlung auf mexers Kalender-Illustration korrekt. Easy! Protipp: Da wir zu jedem neuen Artikel auf polyneux einen weiteren Schatten aufdecken, wird es natürlich von Tag zu Tag einfacher, also schaut täglich dort vorbei, falls ihr bei einem Schatten nicht weiter wissen solltet. (Update: Habe das Bild ausgetauscht, da alle Türen offen sind) Unter allen korrekten, vollständigen Einsendungen mit allen 24 Namen der oben abgebildeten Bosse inkl. Spielname/Name der Spiele-Serie verlosen wir  3 Mal je ein 3-Monats-Abo der GEE Display für das iPad. (Danke an die GEE-Redaktion für die Bereitstellung des Preises!)

Schickt die gefunden Antworten bitte an: bfgewinnspiel@gmail.com. Auch wenn ihr nicht alle rausfindet, schickt trotzdem eure gefundenen Antworten. Unter allen Einsendern mit mindestens einer richtigen Antwort verlosen wir den ein oder anderen Überraschungs-Trostpreis von unserem Pile of Shame(tm). Einsendeschluß ist der 31.12.2011 23:59 Uhr, der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Viel Spaß beim rätseln und viel Glück!

Alles so schön bunt hier!

El Shaddai: Ascension of the Metatron, das neue Spiel des Character-Designers Takeyasu Sawaki (Okami, Devil May Cry), verwirrt. Das fängt schon damit an, dass man ohne Zuhilfenahme einer Suchmaschine nie erfahren wird, wer denn eigentlich dieser titelgebende Metatron sein soll. Das wird auch nicht die einzig offene Frage bleiben, die nach dem Spielen übrig bleibt. So begabt Sawaki auch in der Ausgestaltung von Charakteren sein mag: Geschichten erzählen ist nicht seine Stärke.

Ohne Vorwissen in diese Story einzutauchen fällt schwer. El Shaddai bedient sich sehr großzügig und frei aus dem eher unbekannten „Henochbuch” (Book of Enoch). Dieses Buch gehört zu dem sogenannten ,Korpus derApokryphen‘, was soviel heißt wie: Versteckt oder geheim. Diese Texte wurden aus dem Kanon der Bibel ausgesondert, weil sie nicht vom „göttlichen Geist beseelt“ seien. Im Grunde genommen ist die Story aber auch völlig austauschbar. Für die Entwickler war dieser exotische, europäische Stoff augenscheinlich nur eine sehr willkommene Vorlage für ein unverbrauchtes Setting. Der menschliche Priester Enoch, aus dem Sawaki einen blond-gelockten Helden in engen Designer-Jeans schafft, erhält von Gott persönlich den Auftrag, sieben gefallene Engel zurück zu holen. Diese Engel wurden abtrünnig und korrumpierten daraufhin die Menschen. Also droht der Big Boss an, mit einer ordentlichen Sintflut mal wieder klare Zeichen zu setzen und das ganze Gesocks einfach weg zu spülen. Enoch ist also der Menschheit letzte Hoffnung. Ich sag‘ doch: Ob biblischer Hintergrund oder nicht, eigentlich ist alles wie immer. Read the rest of this entry »

Lawrence von AAArabien

Es gibt viele Gründe, warum ich Videospiele liebe, aber eines meiner Hauptmotive ist das audiovisuelle Erleben und Eintauchen in Situationen, die so in der Realität nicht machbar sind. Darum liebe und spiele ich Spiele wie Uncharted 3. Was für ein unfassbarer Irrsinn! Das, was Naughty Dog mir da in einer wahnsinnig hohen Frequenz an abstrusen Death-or-Life-Momenten präsentiert, grenzt nicht nur, nein, es überschreitet jegliche Realitätsgrenze meilenweit. Selbst mit unendlichen Geld- und Zeit-Ressourcen wären die meisten Szenen dieses Spiels auf diesem Planeten kaum nachzustellen. Als Protagonist Nathan Drake flüchte ich zum Beispiel aus einer im lodernden Flammenmeer zusammenbrechenden Burganlage, balanciere waghalsig in 30 Meter Höhe auf rostigen Stahlträgern inmitten eines riesigen Schiff-Friedhofs, setze Jahrtausende alte mechanische Statuen mit Wasserkraft in Bewegung, springe von einem fahrenden Jeep auf ein sich einfahrendes Fahrwerk einer startenden Frachtmaschine nur um kurz danach aus diesem Flieger dank einer Schießerei ohne Fallschirm heraus katapultiert zu werden. Großartiger, wahnsinnig hübsch anzuschauender, sympathischer Schwachfug! Read the rest of this entry »

Es ist Viertel vor Zwölf, an einem Mittwochabend. Ich bin auf dem Weg ins Bett, als sich mein iPhone mit einem kurzen, vibrierenden Signal meldet. Eine neue Mail. Von… Oh Mist… von Blizzard… das wird doch nicht etwa… doch: „Herzlich Willkommen zur Diablo 3 Beta“. Mein Herz hat einen kurzen Aussetzer, bevor ich eiligen Schrittes zum Rechner spurte.

Wer braucht schon Schlaf, Schlaf ist eindeutig überbewertet. Also Vernunft zur Seite geschoben und fix eingeloggt ins Battle.Net und den Client gezogen. Sogar in der Beta schon nativ für Mac. Sehr vorbildlich. Zumindest einen kurzen Blick möchte ich reinwerfen, hoffentlich dauert die Installation nicht so lange. “Ich bin stark, ich werde jederzeit aufhören können“, rede ich mir ein. “Halb Eins hör’ ich auf, um 1 Uhr spätestens!” Ich glaube mir kein Wort.

Meinen Erst-Eindruck der Diablo III-Beta gibt es an dieser Stelle auf polyneux.de. Danke an lomp für die fantastische Illustration (volle Größe des Bildes im Artikel)

Radio-Interview bei Fritz

Sonst lade ich mir ja ganz gerne mal Leute in den Frühstücks-Podcast ein und befrage sie. Letzten Samstag hat der von mir sehr geschätzte Marcus Richter (der Nerd da links im Bild) von Radio Fritz den Spieß umgedreht und mich zu meinem Podcast-Projekt “Breakfast at manuspielt’s” befragt.

In der Folge gibt es übrigens außer mir noch zwei weitere Verrückte, die befragt werden, warum Sie (fast) täglich podcasten. Brüder im Geiste :)

Die Folge, nein, das ganze Format lohnt sich allein schon für die großartige Netzmusik, die dort immer gespielt wird.  Reinhören!

Hier geht’s zu Seite mit Download, Podcast-Feed, Shownotes und Player: http://trackback.fritz.de/2011/10/08/trb-249-cc-sampler-verspielt-schlafende-webkrams-podcasts-korn-sprite/

Der 7. Sinn

Gamer und ihre Erwartungshaltungen sind schon ulkig. Allerorts werden “fehlenden Innovationen” und “neuen Ideen” nachgeweint und der “Sequel-Wahn” verteufelt. Buhu, die bösen (gerne auch: “geldgeilen”) Publisher, die nur noch marginal verbesserte Iterationen ihrer bekannten Serien herausbringen und keinen Mut mehr für neue IPs haben. Wenn dann aber mal ein Publisher etwas mutiger agiert, das Geld der erfolgreichen Serien in die Hände von Entwicklern gibt, um etwas Neues zu entawickeln, bekannte Serien sich neu erfinden lässt, dann wird sofort geschimpft: “HAHA, IM NEUEN DRIVER HAT MAN ÜBERSINNLICHE KRÄFTE UND KANN SO VOLL IN DIE ANDEREN FAHRER SPRINGEN UND DIE STEUERN, LOL, SO’N QUATSCH, DAS IST JA GAR KEIN DRIVER-SPIEL MEHR!!1″.

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